Jahreswechsel 2009/10

 

 

Sehr verehrte Leser in Aller Welt, liebe Freunde!

 

 In den drei letzten Ausgaben unserer Internetpräsenz haben wir ausführlich über die allzu kurze Geschichte des dritten und letzten Versuchs Rudolf Steiners berichtet, durch die Weihnachtstagung 1923 am Goetheanum die Anthroposophische Gesellschaft mit der anthroposophischen Bewegung zu verschmelzen. Auch dieser letzte Versuch gelang nicht und damit war dem Begründer der anthroposophischen Bewegung hier auf Erden die Möglichkeit genommen, seine Erdentätigkeit für dieses Mal weiterzuführen. Er verstarb ein und ein viertel Jahr später, ohne irgendwelche Anordnungen über die Weiterführung der von ihm geleiteten Anthroposophischen Gesellschaft zu hinterlassen. Die von ihm in den Vorstand der Neubegründung der Anthroposophischen Gesellschaft von 1912 berufenen fünf Mitglieder

 

        Marie Steiner von Sievers,

        Ita Wegman

        Elisabeth Vreede

        Albert Steffen und

        Guenther Wachsmuth

 

fiel die überaus verantwortungsvolle, komplizierte, sehr schwierige Aufgabe zu, diesen Fragment gebliebene Organismus weiterzuführen, eine Aufgabe, der sie – wie sich alsbald zeigen sollte – in keiner Weise gewachsen waren. Und so traf genau das ein, wovor Rudolf Steiner bald nach dieser Weihnachtstagung eindringlich gewarnt hatte:

 

… Diese Weihnachtstagung hatte aber einen Charakter, der von vornherein zeigte, daß sie so nicht aufgefaßt werden kann. Sie kann nicht aufgefaßt werden als eine vorübergehende Tagung. Da würde der Inhalt einer ganz besonderen Eigenschaft unterliegen. Sehen Sie, meine lieben Freunde, wenn Sie zurückdenken an diese Weihnachtstagung, so werden Sie sich sagen müssen: Es ist da etwas gewesen, was aus der geistigen Welt heraus selber kam. Es ist der Versuch gemacht worden, mit alldem, was Vereinswesen ist, zu brechen und das Geistige durchscheinen zu lassen durch jede einzelne Handlung, die geschah. Aber das Geistige hat einmal - ich habe das öfter erwähnt - seine eigenen Gesetze. Das Geistige hat andere Gesetze, als diejenigen sind, welche in der physischen Welt herrschen. Nehmen wir dasjenige, was durch den geistigen Hintergrund in der Weihnachtstagung da war: Setzen wir es einmal als solches an und denken wir uns dann: die einzelnen Verrich­tungen, die einzelnen Taten der Anthroposophischen Gesellschaft schließen sich an diese Weihnachtstagung an.

Wenn diese Weihnachtstagung nur so genommen wird, wie man so gern frühere Tagungen nahm, dann verduftet sie allmählich, dann ver­liert sie ihren Inhalt, und es wäre besser gewesen, man hätte sich nicht versammelt. Denn das Geistige hat einmal die Eigenschaft, daß es, wenn es nicht festgehalten wird, verschwindet, nicht verschwindet selbstverständlich im Kosmos, aber verschwindet für den Ort, wo es eben nicht weiter gepflegt wird. Es sucht sich eben dann andere Orte im Kosmos. Und für so etwas, wie unsere Weihnachtstagung, ist man ja nicht angewiesen auf dasjenige, was innerhalb des Erdenbereiches ge­schieht. Sie dürfen sich also nicht vorstellen, es müßte dasjenige, was zur Weihnachtstagung [veranlagt wurde, wenn es] durch die Nicht-Ausführung der Impulse verduftet, irgendwo anders auf der Erde er­scheinen. Das ist nicht nötig. Es kann in ganz anderen Welten seinen weiteren Zufluchtsort suchen. - Alles also hängt davon ab, daß man die Möglichkeit findet, sich um diese Weihnachtstagung stark zu beküm­mern, wirklich ihren Inhalt aufzunehmen. (GA 260a, S. 92)

 

Und erschütternder Weise ging diese Warnung noch in seinem Todesjahr in Erfüllung und zwar – exakt datierbar - während der ersten Generalversammlung des am 8. Februar des gleichen Jahres aus dem Verein des Goetheanum der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft durch Umbenennung hervorgegangen Vereins Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft unter der Leitung eben des in den Vorstand berufenen Fünfergremiums, das nun diesem Bauverein vorstand. Wie sich dieser unglaubliche „Verduftungsvorgang“ abgespielt hat, darüber haben wir in den vorangegangenen drei Ausgaben ausführlich berichtet.

 

Wir werden nun aufzeigen, wie der Zerstörungsprozeß von den Nachfolgern in der Leitung des in AAG umbenannten Bauvereins nach Ausschaltung dreier Vorstands- und zahlreichen weiteren leitenden Mitgliedern der AAG, die sich diesem Zerstörungsprozeß zu widersetzen bemühten, weitergeführt worden ist.

 

Der zentrale Beitrag dieses vierten Teils unserer Schilderung der Geschichte der Weihnachtstagung und was darauf geworden ist, wurde von einem Freund aus den Niederlangen verfaßt, der die letzte Phase des Zerstörungsprozesses, hautnah miterlebt hat und sich freundlicherweise dazu bereit erklärte, sich für diese Berichterstattung über einen überaus komplizierten Prozesses ganzen Herzens zu widmen. Ihm gebührt besonderer Dank, diese makabere Aufgabe übernommen zu haben. Er hat seinen Bericht überschrieben mit „Die verhinderte Diskussion“.

 

Dieses Scheitern der Neubegründung von 1923 hat Konsequenzen mit sich geführt, die bis heute nicht einmal ansatzweise den Mitgliedern des weltweit agierenden Vereins AAG bewußt geworden zu sein scheinen, was sich aus den anthroposophischen Gesellschaftspublikationen ablesen läßt. Wir haben uns deshalb vorgenommen, auf besonders ins Auge stoßende weltweite Entwicklungen zunächst einmal mehr aphoristisch hinzuweisen und werden es sehr begrüßen, wenn sich Anthroposophiefreunde, die sich mit dem einen oder anderen hier aufgezeigten Problemgebiete intensiver auseinandergesetzt haben, an der Berichterstattung beteiligen.

 

In diesem Zusammenhang seien genannt:

 

-         die sogenannte Klimakatastrophe

-         die sog. Schweine-, Vogel- bzw. Ziegengrippe etc.

-         das Weite Feld der gezielten Bewußtseinskontrolle (Mind Control)

-         der Elektrosmog in Verbindung mit der verhinderten Erforschung der Scalarwellen

-         die sog. Finanz- oder Bankenkrise

 

Ein weiteres Gebiet, daß in jüngster Zeit in einer Vielzahl Variationen durch die Medien geistert, betrifft die Voraussagen, die gerne mit dem Jahr 2012 und speziell mit dem Datum 21. Dezember verbunden werden und auch berühmte Filmemacher, wie W. Emmerich, auf den Plan gerufen haben. Diese Thematik ist besonders schwierig zu behandeln und mag in einer späteren Ausgabe unserer Internetpräsenz angegangen werden.

 

Erfreuliche Themen sind das leider nicht. Sie hätten allerdings bei einer starken anthroposophi­schen Bewegung, die die ihr von ihrem Lehrer Rudolf Steiner doch allesamt auf die eine oder andere Weise zur intensiven Bearbeitung ans Herz gelegt worden sind, in eine positive Richtung gelenkt werden können.

 

Doch noch immer gibt es viele Möglichkeiten, in die genannten Sachgebiete gesundend einzugreifen. In einem solchen Sinn ist dieser Appell gemeint.

 

Wir wünschen allen Lesern weltweit ein gutes Neues Jahr 2010

 

Für die Redaktion von
www.anthroposophie-online.de

Rudolf Saacke

Hof Fenix